Zwischen Highlands, Schienen und Meer.
Noch gut zwei Wochen: Am 15. Oktober geht es wieder los. Diesmal nach Norden. Ziemlich weit nach Norden.
Schottland steht schon wirklich sehr lange auf meiner Reise-Liste. Highlands, Westküste, kleine Bahnhöfe, Lochs, Berge, Wind, Regen, horizontaler schottischer Regen und hoffentlich zwischendurch auch ein wenig Sonne. Die großartige schottische Landschaft der Highlands. Und natürlich einige der spektakulärsten Bahnstrecken Europas.
Also genau das, was ich am Reisen liebe.
Der Weg ist wieder das Ziel
Wie schon bei meinen anderen längeren Touren soll auch diesmal nicht nur Schottland selbst das Ziel sein. Die gesamte Bahnreise gehört dazu.
Los geht es am 15. Oktober in Altenberge. Von dort führt die Reise zunächst über Enschede in die Niederlande, weiter Richtung Rotterdam und anschließend mit dem Eurostar nach London. In London wartet am Abend bereits eines der ersten Highlights: der Caledonian Sleeper.
Während draußen England vorbeizieht, geht es über Nacht nach Norden. Am nächsten Morgen soll die Landschaft vor dem Fenster schon deutlich schottischer aussehen. Das Ziel ist Fort William, mitten in den westlichen Highlands. Der Plan ist, ab Glasgow gegen ca. 7.30 Uhr mit einem leckeren schottischen Frühstück am Fenster zu sitzen, und den letzten Teil dieser Fahrt in die Highlands zu geniessen. Viel schöner kann man meiner Ansicht nach eine Reise nach Schottland eigentlich kaum beginnen.
Von Fort William immer weiter nach Norden
Fort William wird für einige Tage die erste Basis. Von dort stehen kleine Wanderungen und Ausflüge auf dem Programm – unter anderem in Richtung Ben Nevis und der Steall Falls.
Natürlich darf auch eine der bekanntesten Bahnstrecken Großbritanniens nicht fehlen: die West Highland Line nach Mallaig. Dabei ist einen Zwischenstopp in Glenfinnan geplant. Das Viadukt kennt inzwischen vermutlich fast jeder, selbst wenn er noch nie in Schottland gewesen ist. Ich möchte es aber nicht nur aus dem Zugfenster sehen, was zugegebenermaßen auch schwierig ist, wenn man gerade darüber fährt, sondern die Gegend mit einer Wanderung erkunden. Danach geht es mit dem Zug wieder weiter bis Mallaig an die Westküste, wo ich den westlichsten Punkt meiner Reise erreichen werde. Mallaig liegt an Sound of Sleat, der in den schottischen Atlantik übergeht. Von hier könnte man sozusagen direkt nach Amerika schwimmen.
Die ursprünglich angedachte Weiterreise über die Isle of Skye hat sich bei der Planung als erstaunlich schwierig erwiesen. Daher werde ich mit der Bahn zurück nach Fort William und anschließend mit dem Bus weiter quer durch die Highlands nach Kyle of Lochalsh reisen.
Highlands, ganz oben im Norden und dann wieder Richtung Süden
Mal sehen, was es in Kyle zu erkunden gibt – mindestens Von Kyle geht es anschließend weiter nach Inverness. Die Stadt wird für mehrere Tage Ausgangspunkt für Touren – insbesondere in den in den äußersten Norden von Schottland nach Thurso.
Danach geht die Route langsam wieder in südliche Richtung: zunächst nach Aberdeen, anschließend nach Edinburgh. Für Edinburgh sind mehrere Tage eingeplant.

Zurück über die Nordsee
Auch für den Rückweg gibt es natürlich keinen Flieger. Am 30. Oktober beginnt die Heimreise mit der Bahn von Edinburgh nach Hull und hier heißt es am Abend: Kabine beziehen, Schiff ablegen lassen und hinaus auf die Nordsee. Über Nacht geht es mit der Fähre nach Rotterdam und von dort am letzten Reisetag wieder mit der Bahn zurück nach Hause.
Damit schließt sich nach 17 Tagen der Kreis.
Warum im Oktober?
Mitte Oktober ist für Schottland vielleicht nicht gerade die klassische Reisezeit. Die Tage werden bereits deutlich kürzer. Das Wetter kann von überraschend schön bis ausgesprochen schottisch reichen. In den Highlands muss man mit Wind, Regen und niedrigen Temperaturen rechnen – und vermutlich mit mehreren davon gleichzeitig.
Aber genau das führt zu einem besonderen Reiz: Weniger Betrieb, herbstliche Landschaften, tief stehendes Licht und diese besondere Mischung aus grünen Tälern, braunem Heidekraut, dunklen Bergen und schnell wechselnden Wolken, die man mit den Highlands verbindet.
Die regenfeste Outdoorjacke kommt jedenfalls mit.
17 Tage, viele Züge und ein wenig Ungewissheit
Ein Teil der Reise ist inzwischen geplant. Diverse Übernachtungen sind gebucht, die wichtigsten Verbindungen stehen und einige Tagesausflüge sind geplant. Trotzdem soll und wird es keine Reise werden, bei der jeder Tag von morgens bis abends durchgetaktet ist. Gerade in Schottland wird das Wetter ohnehin ein Wörtchen mitreden. Daher wird viele erst vor Ort entschieden.
Vielleicht funktioniert alles genau wie geplant. Vielleicht fällt irgendwo ein Zug aus. Vielleicht wird aus einer Wanderung wegen Dauerregen ein Pubbesuch. Vielleicht ergibt sich unterwegs etwas, das bisher überhaupt nicht auf dem Plan steht. Auch das gehört unbedingt dazu.
Und genau darüber werde ich hier berichten.
Noch gut zwei Wochen. Dann heißt es: Rucksack packen, einsteigen und immer Richtung Norden.
Die Reise in Zahlen
Schottland mit Zug & Fähre 🏴
15. – 31. Oktober 2026
17 Tage unterwegs
4 Länder – Deutschland · Niederlande · England · Schottland
3.450 Bahnkilometer
0 Flüge – komplette Reise auf dem Land- und Seeweg
1 Nachtzug – mit dem Caledonian Sleeper von London in die Highlands
1 Nachtfähre – von Hull über die Nordsee nach Rotterdam
Start & Ziel: Altenberge
Nördlichster Punkt: Thurso
Südlichster Punkt: London
Westlichster Punkt: Mallaig
Östlichster Punkt
- in Deutschland: Altenberge
- in England: London
- in Schottland: Aberdeen
Die Route:
Altenberge → Enschede → Rotterdam → London → Fort William → Glenfinnan → Mallaig → Fort William → Kyle of Lochalsh → Inverness → Thurso → Inverness → Aberdeen → Edinburgh → Hull → Rotterdam → Altenberge
Unterwegs auf einigen der eindrucksvollsten Bahnstrecken Schottlands:
West Highland Line · Kyle Line · Far North Line
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