Der letzte richtigen Urlaubstag in Schottland. Da wird’s nochmal Royal.
Heute auf dem Programm:
- Palace of Holyroodhouse
- Schottisches Parlament
- Arthur’s Seat
- Edinburgh Castle
- National Museum of Scotland
Das Frühstück gönne ich mir in einem kleinen Café „The Nether Bowport“ an der Royal Mile mit besten Ausblick auf die vorbeiströmenden Touristen. Ich habe. Ich eine halbe Stunde Zeit bis der Holyrood Palace öffnet. Der Kaffee und auch der Toast mit geräuchertem Lachs und pochierten Eiern auf Avocado Creme einfach super.
Danach also in Ruhe die Royal Mile hinunterspazieren und noch ein paar schöne Seitenblicke einfangen. Die ganze Straße ist gesäumt von kleinen Innenhöfen und Durchgängen – „close“ genannt – oft mit kleinen Innenhöfen oder Gärten, Kunsthandwerk, Touristenkram oder Restaurants.







Holyrood Palace ist die offizielle schottische Residenz des Königs. Der Weg führt durch prachtvolle Staatsräume und die historischen Gemächer diverser Könige – unter anderem von Maria Stuart. Direkt angeschlossen sind die romantischen Ruinen der Holyrood Abbey aus dem 12. Jahrhundert. Innerhalb des Gebäudes ist das Fotografieren leider verboten. Das eine Innenraum-Foto zeigt einen Hauch der Pracht direkt am Eingang.
















Im Holyrood Castle ist eine fantastische Ausstellung der gesamten schottischen und teils auch der englischen und dann der vereinigten Königsgeschichte. Das „United“ und „United Kingdom“ wurde in diesen Räumen besiegelt. Krass was da alles passiert ist die Jahrhunderte. Das ist einen eigenen Artikel wert. Da wurde Krieg geführt, gemordet und intrigiert – fast wie heute auch jeden Tag in der Politik.
Draußen im Garten hinter dem Schloss hat man einen großartigen Blick auf Arthurs Seat – ein Hügel vulkanischen Ursprungs direkt hinter Holyrood – leider reicht die Zeit nicht, da rauf zu klettern. Aber ich hab auch so schon reichlich Hügel erklommen in diesem Urlaub. Die Sicht von unten aus dem Garten des Palastes auf Arthurs Seat ist auch so schon erhaben.

Direkt gegenüber des Palasts liegt das moderne, architektonisch durchaus umstrittene Parlamentsgebäude. Ein spannender Kontrast zum historischen Edinburgh. Security wie am Flughafen, aber für ein Parlament auch normal denke ich.


Das Schottische Parlament
Schottland besitzt ein eigenes Parlament, weil es seit 1999 wieder über zahlreiche eigene Angelegenheiten selbst entscheiden kann.
Im 20. Jahrhundert wuchs in der schottischen Bevölkerung die Forderung, politische Entscheidungen über schottische Angelegenheiten wieder stärker in Schottland selbst zu treffen.
Bei einem Referendum 1997 stimmten 74,3 % der Abstimmenden für ein eigenes schottisches Parlament.
Am 1. Juli 1999 erhielt das neu gewählte Parlament seine Gesetzgebungsbefugnisse. Mit dem Scotland Act 1998 schuf das britische Parlament die rechtliche Grundlage für die Rückkehr eines eigenen schottischen Parlaments nach Edinburgh und die Übertragung politischer Befugnisse. Fast 300 Jahre nach der Union kehrte ein schottisches Parlament nach Edinburgh zurück, diesmal nicht als Vertretung eines unabhängigen Königreichs, sondern als demokratisch gewählte Volksvertretung mit eigenen Gesetzgebungsrechten. Das Gesetz stellte allerdings nicht etwa das alte Parlament von vor 1707 rechtlich wieder her, sondern schuf ein neues Parlament mit übertragenen Befugnissen.
Das originale Dokument ist in der Eingangshalle ausgestellt zusammen mit der Geschichte und dem Hintergrund.
Im Foyer des Parlaments ist aktuell die Ausstellung zum Pressefoto des Jahres – interessanter Weise war die in Helsinki letztes Jahr auch genau, als ich dort war und wieder bin ich zufällig reingelaufen. Man wird dabei mit den Krisen, Hungersnöten, Diktatoren, Folter, Krieg und allem konfrontiert, wo man lieber wegschauen möchte. Sehr schwer zu ertragen. Ich kann mir nicht alle Fotos anschauen und nicht alle Beschreibungen zu Ende lesen. Harte Kost aber eben Aufgabe der Medien und hier der Fotografen, diese ungeschönte Wahrheit zu uns zu transportieren.
Zurück in die Geschichte
Nach dem Besuch im Parlament ging’s dann die Royal Mile wieder hoch zur Burg – Castle Hill mit ca. 250 m Höhenunterschied – da ist um 13:30 die Tour gebucht. Die Kronjuwelen, die Gefängnisse und die jahrhundertealte Festungsarchitektur sind zu erkunden. Und natürlich der Blick in die Ferne.








Oben auf dem Castle Hill ist eine unfassbare Menschenmenge unterwegs. Die Tickets sind für heute natürlich – wie jeden Tag – ausverkauft.


























Nur etwa 10 Minuten zu Fuß von der Burg entfernt liegt das Schottische Nationalmuseum. Ein riesiges, architektonisch grandioses Museum. Die Ausstellungen zur schottischen Geschichte (von den Kelten und Wikingern bis zur Neuzeit) sind absolut großartig aufbereitet und präsentiert und auf ihre Art fesselnd. Da ich dummerweise erst auf der falschen Seite vom Castle Hill hinab gelaufen bin muss ich nochmal hoch und auf der richtigen Seite wieder runter – das kostet natürlich einiges an Zeit die mir im Museum dann fehlt.
Insider-Tipp: Im Museum mit dem Aufzug auf die öffentlich zugängliche Dachterrasse (Roof Terrace) hoch fahren. Achtung: Der Aufzug beendet seine Fahrzeit um 16:45 Uhr. Und es ist 16:20 als ich rein laufe … und um 17:00 wird schon rausgekehrt. Also nochmal wiederkommen. Das Museum ist so groß, dass man ohne Probleme einen ganzen Tag darin verbringen kann.









Den Ausklang des letzen Tages bildet das alltägliche Abendessen. Diesmal bei Mum‘s Great Comfort Food. Im 1970er Jahre Retro-Style hat es mich im Vorbeigehen „gefangen“ und leckeres Bier gibt’s auch am Hahn 😀
So langsam geht’s dann mal in die Unterkunft – heute genug gelaufen. Und die Klamotten müssen ja für die Rückreise morgen und übermorgen auch noch gepackt werden. 🎒

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