Es gibt viele Möglichkeiten zu reisen – aber nur wenige sind so entschleunigt und gleichzeitig produktiv wie eine gut geplante Zugreise durch Europa.
Dieses Mal führte die Route für mich von Münster über Köln, Brüssel und London bis nach Bath. Eine Strecke, die nicht nur geografisch einiges abdeckt, sondern auch zeigt, wie komfortabel internationales Bahnreisen inzwischen sein kann.
Früher Start, entspannter Verlauf
Los ging es kurz nach 7 Uhr morgens in Münster mit dem ICE nach Köln. Zug pünktlich und reservierter Platz ist ja eigentlich Bahnfahrt für Anfänger. Und Kaffee gibt’s auch.

Der erste Abschnitt Richtung Köln verlief erwartungsgemäß dementsprechend reibungslos – wie auch die weitere ICE-Verbindung von Köln nach Brüssel Midi. Pünktlichkeit, ausreichend Zeit für Umstiege und keine Hektik: genau so wünscht man sich das.

In Brüssel geht’s dann mit dem Eurostar weiter. Dieser hatte zwar rund 25 Minuten Verspätung, doch das ließ sich gut verschmerzen.
Wenn man den Security Check hinter sich hat (immer nervig) kann man direkt in den Wartebereich für den Eurostar und dank meines Tickets konnte ich entspannt in der Eurostar Lounge arbeiten. Ein echter Vorteil. Ruhige Atmosphäre, bequeme Sitzplätze und die Möglichkeit, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen.






Durch den Tunnel nach London
Der Eurostar gab wieder richtig Gas und hat noch ein paar Minuten rausgefahren aber insgesamt nicht wirklich viel Reserve im Fahrplan. Warum ausgerechnet der eine heute Verspätung hatte – wer weiß.
Die Fahrt mit dem Eurostar selbst war ruhig und zügig, auch wenn die Internetverbindung – wenig überraschend – im Eurotunnel komplett ausfiel. Dafür war der Empfang in Belgien und Frankreich insgesamt stabil genug, um unterwegs zu arbeiten.
Die Verpflegung war dafür umso besser und kann dann von der schlechten Netzverbindung gut ablenken.


Ankunft in London St Pancras, einmal ein Viertel mit der Tube um die Stadt nach Paddington – und weiter ging es Richtung Westen.
Zwischenstopp mit Komfort in Paddington
In London Paddington war der Bronze-Bär eigentlich permanent belagert. Aber im richtigen Moment konnte ich doch noch einen Schnappschuss machen.

Damit nicht genug: Die Wartezeit ließ sich auch hier „stilvoll“ überbrücken: Die Lounge der Great Western Railway bot erneut eine ruhige Umgebung zum Arbeiten. Solche kleinen Komfortelemente machen gerade längere Reisetage deutlich angenehmer und gleichzeitig produktiver.
Neue Route, neue Perspektive
Für die letzte Etappe nach Bath hat die Great Western Railway (GWR) diesmal eine andere Strecke gewählt als bei meiner vorherigen Reise. Und der grüne GWR Zug der Baureihe 800 von Hitachi war sehr gut gekühlt.

Statt der direkteren Verbindung ging es über Bristol Temple Meads nach Bath – also gefühlt ein kleiner Umweg.

Der Vorteil: Die Strecke von Paddington nach Bristol ist eine Schnellfahrstrecke. Eine schnelle, komfortable Fahrt mit schönen Ausblicken in die südenglische Landschaft.
Arbeiten unterwegs – mit Einschränkungen
Was diese Reise besonders angenehm gemacht hat: die Möglichkeit, unterwegs zu arbeiten. Solange der Empfang stabil ist, funktioniert das erstaunlich gut. Und in den Lounges an den Bahnhöfen Kit längerem Aufenthalt sowieso.
- In Deutschland und Belgien: durchgehend erstaunlich gute Verbindung
- In Frankreich: überwiegend stabil
- Im Eurotunnel: Funkstille
- In England: deutlich schwankender Empfang – meist nur in besiedelten Gebieten zuverlässig.
Gerade außerhalb der Städte merkt man, dass die Netzabdeckung noch Luft nach oben hat. Hier findet sich auch noch Edge, 3G und LTE an vielen Stellen.
Ankunft in Bath
Gegen 18:30 Uhr Ortszeit erreichte ich schließlich Bath Spa – nach einem langen, aber entspannten Reisetag. Keine verpassten Anschlüsse, keine Hektik, stattdessen eine Reise, die sich fast schon wie ein fließender Übergang von Ort zu Ort anfühlte.
Fazit
Diese Route zeigt, wie angenehm internationales Bahnreisen sein kann, wenn alles gut aufeinander abgestimmt ist. Genügend Umstiegszeit, Zugang zu Lounges und die Möglichkeit, produktiv zu bleiben, machen den Unterschied.

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