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Tag 11 – von Inverness nach Aberdeen

Was macht man an einem Sonntag? Richtig: weiterreisen. Also alles wieder einpacken in meine beiden Rucksäcke. Passt immer noch alles rein und jedes Mal ein wenig anders 😅

Heute also Abschied von Inverness und Kurs auf die nächste schöne Stadt in Schottland: Aberdeen.

Mein Zug geht um 12:32 – also genug Zeit zum Frühstücken und noch ein wenig in Inverness Umherstreifen. Das Wetter ist extrem stürmisch und ein Blick auf die Scotrail Status Seite zeigt, dass einige Strecken gesperrt sind und viele Züge ausfallen. Also kurz entschlossen etwas schneller packen und zum Bahnhof den frühen Zug und 9:59 statt den heute Mittag nehmen.

Die Stadt ist ausgestorben und die Leute sitzen lieber beim gemütlichen Sonntagsfrühstück als bei Sturm und Regen hier rum zu laufen.

Am Bahnhof ist schon einiges los. Verständlicherweise will jeder an sein Ziel. Züge sind jedenfalls auch genug da. Die Scotrail Leute sind sehr freundlich und auskunftsfähig. Und es werden alle Ticketbeschränkungen aufgehoben. Jeder darf mit jedem Ticket für die jeweilige Strecke jeden Zug nutzen.

Pünktlich öffnen sich die Bahnsteigsperren und man kann auf den Bahnsteig – nicht ohne die üblich erste Kontrolle der Fahrkarte. Die zweite findet dann wie immer im Zug statt. Nach Aberdeen bringt mich wieder ein Scotrail Class 158 Sprinter – wie schon gestern nach Thurso und zurück.

Es geht aus Inverness raus und dann direkt wieder an der Nordsee entlang die sich stürmisch und mit hohen Wellen zeigt. Aber kurz darauf wendet sich die Strecke von der Küstenlinie weg.

Irgendwann halten wir auf einem der kleinen Bahnhöfe unterwegs. Und es geht und geht nicht weiter. Aber gut es ist warm und trocken und draußen Sturm. Dann einfach. Gechillt sitzen bleiben. Was will man auch machen.

Die Zugbegleiterin kommt irgendwann durch sagt – leider keine Infos. Das mindestens mal alle 15 Minuten. Irgendwann kommt sie dann und sagt es geht gleich weiter. Die Ingenieure haben das Problem beseitigt. Was das Problem war, erfahren wir nicht.

Ein paar Stationen weiter bleiben wir wieder länger stehen. Diesmal hat der Triebfahrzeugführer seine maximale Zeit erreicht und muss abgelöst werden. Die Ablösung dauert aber nur 10-1t Minuten. Aber all die Unterbrechungen und das langsamere Fahren summiert sich am Ende zu fast zwei Stunden längerer Fahrzeit.

Nach etwas über 5 Stunden sind wir schliesslich in Aberdeen. Es stürmt aber regnet nicht. Alle sind entspannt. Die Kommunikation war super. Das ist offenbar das Rezept. Und alle sind froh, am Ziel zu sein – ich auch.

Die Bahnhöfe werden größer. Wenn ma. Das mal vergleicht mit Fort William und dann Kyle of Lochalsh – dann Inverness, jetzt Aberdeen – und kein Kopfbahnhof ist auch neu.

Ich laufe zu meiner Unterkunft – diesmal Travellodge in nur wenigen Minuten Entfernung zum Bahnhof.

Nach dem Beziehen des Zimmers muss ich mal zum Strand – also los.

Dort angekommen stelle ich fest: Der Sturm ist noch da.

Schon krass wenn der ablandige Wind die Wellen wegdrückt. Als mir kalt genug ist und ich mich leicht sandgestrahlt fühle mache ich mich auf den Rückweg und gönne mir einen Bus. Es ist wie überall (außer in Deutschland) so simpel wie: iPhone ans Lesegerät halten beim Einsteigen und nochmal beim Aussteigen und alles ist gebucht. Und wenn man mehrfach am Zag fährt wird es mit dem günstigsten Tarif für alle Fahrten gebucht.

Irgendwann steige ich aus in der Hoffnung etwas zu essen zu finden. Sollte ja in Aberdeen Innenstadt am Sonntag Abend. Ich so schwer sein. Und unverhofft stehe ich vor einer konvertierten Kirche die jetzt ein Restaurant ist. Laut Speisekarte draußen auch absolut ok was die Preise angeht.

Selbst die Orgel ist noch da – auf der Webseite kann man die Geschichte nachlesen.

Die Firma die dahintersteckt hat reichlich Restaurants und Bars in Aberdeen und macht Millionenumsätze. Offensichtlich ein paar Dinge richtig gemacht.

Mit einem leckeren Bier beschließe ich den Abend.

Beavertown Neck Oil (IPA)

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