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Tag 6 – Kyle of Lochalsh

Und wieder beginnt ein Reisetag.

Das „All Scottish Breakfast“ in meinem Gasthaus ist echt gut und stärkt perfekt für den Tag. wie fast immer sind es eher Hafenarbeiter-Portionen, die man besse reicht aufessen sollte – zumindest wenn man sich noch ein bisschen bewegen können möchte.

Heute geht es weiter nach Kyle of Lochalsh entweder mit der Fähre auf die Isle of Skye und dann mit dem Bus nach Portree und weiter nach Kyle oder mit dem Zug zurück nach Mallaig und dann mit dem Bus nach Kyle. Erkenntnis: Die Fähre wäre gefahren, der Bus auf der Insel aber nicht. Also bleibt die Isle of Skye wohl für einen anderen Besuch. Die Anreise ist schon weit – aber dafür auch wunderschön.

Zurück nach Fort William geht es mit dem gleiche 4-teiligen Dieseltriebwagen der diese romantische Reise über die Westhighlandline jeden Tag mehrmals macht. Beständig begleitet das Klackerdiklack, klackerdiklack, klackerdiklack der verschraubten Schienen. Das ist hier echt normal und für uns in Deutschland total ungewohnt geworden. Unterwegs fahren wir auch wieder über das Viadukt bei Glenfinnan.

Das Wetter ist heute nicht mehrganz so schön: Ein paar einzelne Regentropfen haben den Rucksack in Mallaig schon getroffen und auch die Scheiben den Zuges. Und die sind mal richtig dreckig.

Die Highlands verlieren auch bei etwas regnerischerem Wetter nichts von ihrem Reiz: Die Gras bedeckten Hügel und Berghänge, die Schafe auf den Wiesen und ab und an mal eine Herde Highland Rinder. Dann wieder Birkenwälder, auch mal Kiefern, aber alles sehr spärlich. Viele Farne und alles in Herbst-Farben – bis auf den Kirschlorbeer, der einfach sattgrün leuchtet. Dazwischen Moor-Flächen und überall kleine Bäche und rauschende Wasserfälle. Einfach schön.

Auf der Fahrt nach Fort William begegnen wir in Glenfinnan auch dem entgegenkommenden Dampfzug ein letztes Mal für diese Reise.

In Fort William angekommen führt mich mein Weg in den Handy Shop, da ich dringend ein Kabel benötige, das ich vergessen habe: USB A auf USB C – die Powerbank hat USB C nur als Eingang nicht als Ausgang. Zu Hause habe ich sowas immer dabei. Hier nicht 🤦🏼

Das Wetter in Fort William ist eher grau und deutlich kühler als die letzten Tage. Die Zeit bis der Bus nach Kyle abfährt vertreibe ich mir noch mit einem Spaziergang am Loch Linnhe.

Bei leichtem Regen steige ich in den Scottish Citylink Bus 915 – ein moderner Reisebus von Mercedes mit sehr bequemen Sitzen – und verlasse Fort William ein letztes Mal. Ich habe einen Platz in der ersten Reihe erwischt obwohl ich ziemlich spät eingestiegen bin. So macht das Spaß.

Der Bus bringt mich in rund zwei Stunden nach Kyle of Lochalsh. Wir fahren vom Bahnhof aus zunächst aus der Stadt in Richtung Inverness und dann entlang von Loch Lochy durch das Great Glen, weiter über Spean Bridge dann ein Stück entlang des Caledonian Canal, weiter an Loch Oich und über Invergarry und anschließend durch die Highlands Richtung Westen. Weiter oberhalb von Loch Garry über Loch Loyn und entlang Loch Cluaine weiter über Shiel Bridge und entlang von Loch Duich an dessen Ende man einen kurzen Blick auf Eilean Donan mit dem gleichnamigen Castle werfen kann. Das ist gerade bunt vor lauter Touristen. Einen Besuch muss ich mir dennoch für eine andere Reise aufheben. Kurz vor Kyle erreichen wir nun schließlich Loch Alsh.

In Kyle angekommen gibt es einen Mini Busbahnhof – zwei mitten auf einem runden Platz mehr oder weniger markierte Halteplätze. An meiner Unterkunft dem Sky Bridge Hotel sind wir soeben noch vorbei gefahren – also ein paar Meter zurück laufen und schon steht man drin.

Drinnen wartet Magdalena (die sich sofort nur mit Vornamen vorstellt) und begrüßt mich noch bevor ich meinen Namen sagen kann, ob ich Wolfgang bin. Sie ist jedenfalls gut drauf und wir unterhalten uns erstmal eine Weile über Kyle und die Isle of Skye, was ich unbedingt machen soll usw. Sie rät mir, auf jeden Fall auf den „Plock“ hoch zu klettern, da hat man die beste Aussicht.

Das mache ich dann etwas später auch und muss sagen sie hat recht. Bei Regen ist es schon krass – bei schönem Wetter muss es noch viel besser sein.

Auch hier leuchten einem die gleichen Farben der Highlands entgegen. Egal ob Farne, Birken oder anderes- was tatsächlich bunte Blüten oder Früchte trägt .

Auf dem Weg nach unten wird’s schon langsam dunkel und so langsam kommt auch die Müdigkeit.

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