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Tag 4 – Sonntagsausflug zum Caledonian Canal

Das Frühstück Sonntag kurz genossen, den Rucksack für den Tag gepackt mit Wasserflasche und ein paar kleinen Snacks und dann gings schon los. Durekt von der Unterkunft auf einen schmalen Pfad durchs Gelände – gestern bin ich hier mit Fahrrad auch entlang gefahren. Insofern keine unbekannten Wegeverhältnisse.

An der Eisenbahnbrücke begegnet mir eine alte Bekannte: Die Doppel-Diesellok, die den Caledonian Sleeper hierher gezogen hat. Steht hier auf einem Abstellgleis offenbar an der Tankstelle.

Weiter den Berg hoch und bis zum Abzweig zum Inverlochy Castle. Leider ist die schöne Ruine zur Besichtigung gesperrt und wird gerade saniert.

Etwas später kommt man an die Doppelbrücke über den Lochy River kurz vor dessen Mündung in Loch Linnhe. Rechts die uralte Eisenbahnbrücke, links eine deutlich jüngere Fußgängerbrücke.

Auf der anderen Seite geht es dann an einem Arm des Lochy River – der absolut klares Wasser hat – entlang weiter Richtung Caol. In Caol findet sich eine wunderbare Bank in der Sonne für eine kleine Pause.

Durch den beschaulichen, verschlafenen Ort laufe ich weiter nach Banavie. Hinter dem Bahnübergang an dem gleichnamigen Haltepunkt beginnt die Schleusentreppe „Neptuns Staircase“ des Caledonian Canal. Dieser beginnt am Loch Linnhe und geht quer durch Schottland – unter anderem auch durch Loch Ness – bis in die Nordsee.

Über den Kanal führen hier zwei parallele Drehbrücken: Eine Eisenbahnbrücke und eine Straßenbrücke.

Ich folge dem Weg auf der Anderen Kanalseite entlang der Treppe bis zum oberen Hafenbecken („Basin“).

Auf dem Rückweg noch einen Kaffee mitnehmen am Café des Moorings Hotel. Passt perfekt den. Wenige Minuten später als ich wieder unten an den Brücken bin, erscheinen Leute, die anfangen das untere Schleusenbecken zu öffnen für ein aufwärts fahrendes Schiff. Ich frage nach ob die Drehbrücken auch geöffnet werden – Antwort: ja, das Schiff kommt gleich um die Kurve (bis jetzt noch nicht zu sehen).

Das Warten lohnt sich. Bis auf die Warnsirenen öffnen sich beide Brücken innerhalb von 2-3 Minuten nahezu lautlos. Das Timing war perfekt: Die Brücke ist genau in dem Moment ganz auf, als das Schiff ankommt und direkt durchfährt bis ins Schleusenbecken. Freie Fahrt für Schiffe ⛴️

Mein Weg geht jetzt auf der linken Kanalseite weiter Richtung Corpach, meinem heutigen Ziel. Hier komme ich am späten Nachmittag an.

Unten am Strand von Corpach liegt ein uraltes Fischerboot auf Grund. Früher war mal eine Leiter da und man konnte auf eigene Gefahr darauf herum klettern. Die Leiter ist weg und eindringliche Warnschilder sind da. Dann machen wir das mal nicht.

Vom Strand geht’s weiter zur Kanalmündung und unteren Schleuse am Corpach Bassin. Da läuft die ganze Zeit Wasser über das Schleusentor – offenbar ist zu viel Wasser im Kanal.

Am unteren Ende des Kanals ist ein herrlicher kleiner Flecken Land mit wieder mal atemberaubend schöner Aussicht, die ich genieße bis ich mit dem nächsten Zug zurück nach Fort William fahre.

Der alte Diesel Triebwagen von Scotrail fährt natürlich über die alte Drehbrücke über den Kanal und auch über die alte Eisenbahnbrücke über den Lochy River und bringt mich in 15 Minuten dahin zurück, wo ich morgens gestartet bin.

Ein wunderbarer entspannter Sonntag.

Und er etwas monströse Schneepflug im Bahnhof von Fort William zeugt davon, dass das Wetter hier auch ganz anders sein kann.

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