Abreise von Fort William – schön ist es hier und ich kann’s jedem nur empfehlen. Wenn nicht noch so viel Schottland übrig wäre: Ich würde glatt noch ein paar Tage bleiben.
Aber für mich geht’s früh weiter. Schon um kurz nach 8 Uhr fährt mein Zug nach Glenfinnan. Der steht schon pünktlich mit laufendem Motor am Bahnsteig.
Im Zug etwas frostig und ungeheizt. Also Ja je und Mütze anlassen. Draußen sind schließlich Minusgrade. Das gesamte Loch Linnhe liegt heute Morgen unter dickem Nebel. Leider nicht genug Zeit nochmal runter zur Kaimauer zu laufen.

Auf die Minute pünktlich setzt der Dieseltriebwagen sich in Richtung Mallaig in Bewegung.
Über das Glenfinnan-Viadukt , das durch die Filmszenen des Hogwarts Express weltberühmt geworden ist. Und auch jetzt im Oktober fährt hier täglich ein Dampflok-Zug entlang. Um den zu sehen muss ich vom Bahnhof in Glenfinnan aber erst zum Viadukt zurück laufen. Die für mich durchaus herausfordernde Wanderung bei dem Kaiserwetter kann das ja nur gut werden.
In Glenfinnan angekommen stehen dort außer einem weiteren Schneepflug auch ein Schlafwagen als Übernachtungsmöglichkeit und ein Speisewagen als Café mit eine Terrasse mit grandioser Aussicht.








Erstaunlicherweise bin ich schneller den Berg hoch gekraxelt, als der Fahrplan des Dampfzugs erfordert – und ich gedacht habe. Ich habe den beschwerlicheren Hinweg genommen und habe dann später dafür den leichteren Rückweg.

















Irgendwo unterwegs den traumhaften Rundblick eingefangen.

Das Warten auf dem Stein in der Sonne ist eine willkommene Pause.

Kurz bevor der Zug das Viadukt passiert kommt ein Streckenläufer und prüft die Schienen.

Und dann kommt er der Dampfzug. Mit lauten Pfeifen und Schnaufen kündigt er sich an.
Echt beeindruckende Kulisse und mit Dampfzug allemal.
Am Aussichtspunkt sind über den kurzen Weg vom Parkplatz mal eben ein paar Busladungqen Touristen angekommen und mit teils abenteuerlichen Schuhen hier hoch gelaufen.
Beim Abstieg merke ich allerdings auch, dass der Weg sehr viel kürzer ist und deutlich weniger Höhenunterschied hat.
Auch von unten – also unter der Brücke – und von unten am See sieht das Viadukt noch beeindruckend aus.




Das Visitor Center schauen ich mir auch nur kurz an – es ist dem Touristenansturm kaum gewachsen und man kommt an die eigentliche Ausstellung nicht wirklich ran.
Daher geht’s weiter zum Denkmal – Monument – wo es auch wieder zu den Jacobiten und Bonnie Prince Charlie einiges der Geschichte der Westhighlands und des Jacobiten Aufstandes zu sehen und zu erfahren gibt.




Von hier mache ich mich dann auch schon langsam auf den Rückweg zum Bahnhof. Vorher besuche ich allerdings noch die uralte kleine Kirche am Wegrand auf halber Höhe.


Am Bahnhof wartet dann das kleine aber feine Glenfinnan Bahnhofsmuseum. Hier konnte ich netterweise heute Morgen meinen Rucksack deponieren (gegen 5 £ Gebühr) – im Erdgeschoss des Stellwerks („Signal Box“ – das keine Funktion mehr hat).
Das Museum erzählt die Geschichte der Westhighlandline und ihrer Entstehung vor 125 Jahren.









Und nebenbei ist es ein richtig romantischer schön gepflegter Bahnhof.









Während ich dann auf meinen Zug weiter nach Mallaig warte kommt der Dampfzug zurück auf seinem Weg nach Fort William. Damit bekomme ich den auch noch mal aus nächster Nähe zu sehen.
Nach ein wenig Wartezeit in der Sonne kommt schließlich mein Zug nach Mallaig.
Ich kenne das noch nicht, dass Züge nur direkt in der Mitte zwei Türen aufmachen und der Rest einfach zu bleibt. Bei vier Wagen kann das schon nervig sein. Aber ich stehe glücklicherweise passend 🙂
Bei der Ankunft in Mallaig neigt sich der Tag schon dem Sonnenuntergang entgegen.


Also schnell zum Chlachain Inn, wo ich heute Nacht mein Zimmer habe. Sehr schöne Kneipe unten, wo man den Schlüssel bekommt. Die Jungs am Tresen sind um kurz nach 18 Uhr schon alle sehr gut dabei aber trotzdem sehr freundlich. Hier leben alle vom Tourismus. Und einige leckere schottische Biere sehe ich schon am Hahn 🍻




Aber jetzt erstmal die Sachen ins Zimmer (absolut unerwartet fast luxuriös und mit einem hübschen Blick aus dem Fenster) und zu Fuß den sehr kleinen Ort erkunden. Der Hafen ist der größte Teil des Ortes wenn ich das richtig sehe. Eine Schutzmauer die so hoch ist, dass ich gerade drüber schauen kann, zeugt auch von heftigen Sturmfluten.












So jetzt runter zum Essen – von der Kneipe hört man im Zimmer übrigens absolut null Komma nichts.

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